Witchery - "Witchkrieg"

1271432793Ich bin nun mal richtig fies und behaupte, dass zwei Faktoren auf dem neuen Album der Retro-Thrasher wirklich toll sind: Zum Einen das kontroverse Coverartwork, das mit absoluter Sicherheit für Stirnrunzeln bei einigen Kleingeistern sorgen wird, und zum Anderen der knallige, aber überraschenderweise nicht zu moderne Sound von Tue Madsen.
Die 10 neuen Tracks hingegen klingen, um es kurz zu machen, gar nicht mal so viel anders als die auf dem letzten Longplayer „Don´t Fear The Reaper", das nicht wirklich zu den Highlights in der Bandgeschichte gezählt werden kann. Witchery kommen Anno 2010 zwar einen ganzen Zacken knackiger und kompakter um die Ecke, aber so zum Ausrasten klingt die ganze Geschichte irgendwie nicht. Da nützt auch die geballte Ladung an Gastsolos nicht viel, um die Songs überzeugender klingen zulassen. Überhaupt frage ich mich, welchen Sinn es für eine Band macht, die selbst einen „All-Star" Status innehat (immerhin fungieren hier Musiker von The Haunted, Seance, Opeth und Marduk), auf Gastmusiker zurückzugreifen. Andererseits, wer hat nicht gerne Namen wie Kerry King (Slayer), Gary Holt, Lee Altus (beide bei Exodus beschäftigt), Jim Durkin (Dark Angel) oder Hank Shermann (Mercyful Fate) auf seinem Album?
Wie auch immer... Fakt ist, dass Witchery-Chefdenker Patrik Jensen das komplette Songmaterial alleine komponiert hat. Im Grunde nichts schlimmes, aber oftmals habe ich beim Hören von „Witchkrieg" das Gefühl, dass hier Riffs zu hören sind, die es nicht auf ein The Haunted Album geschafft haben, weil sie einfach nicht zwingend genug sind.
Um nicht missverstanden zu werden: Songs wie „Witch Hunter", „Wearer Of Wolf´s Skin" oder eben der Titeltrack gehen durchaus gut ins Ohr und sorgen für anerkennendes Kopfnicken. Aber auf lange Sicht klingt das neue Material etwas zu eintönig, gleichförmig und es fehlt einfach das Besondere, das beispielsweise „Restless And Dead" oder „Dead, Hot And Ready" auszeichneten.
Achja, zum Schluss hätte fast vergessen, das Ex-Marduk Fronter Legion auf „Witchkrieg" seinen Einstand bei den Schweden feiert und mit seinem fiesen Geshoute wie Arsch auf Eimer zu Witchery passt.
Und ich bleibe dabei, dass das Cover wirklich famos ist...

Sven Meier

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Trackliste:
01. Witchkrieg
02. Wearer Of Wolfs Skin
03. The God Who fell From Earth
04. Conqueror's Return
05. The Reaver
06. From Dead To Worse
07. Devil Rides Out
08. One Foot In The Grave
09. Hellhound
10. Witch Hunter
11. Hung, Drawn And Quartered

Spielzeit: 00:32:17

Label: Century Media

 
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