Rock-Genres im Überblick: vom Rock 'n' Roll bis zum Metal
Die Genres der Rockmusik haben einen gemeinsamen Ursprung: In den fünfziger Jahren entstand in den USA aus Rhythm and Blues, Country und Gospel der Rock 'n' Roll. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich daraus neue Stile, oft als Antwort auf ihre Vorgänger. Wie verlief diese Entwicklung, und worin unterscheiden sich die Strömungen? Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Etappen ein, von den ersten Hits bis zum Grunge der frühen neunziger Jahre.

Rock 'n' Roll und die sechziger Jahre
Der Rock 'n' Roll ist der Stil, aus dem die gesamte Rockmusik hervorging. Zu seinen bekanntesten Vertretern zählen Chuck Berry und Elvis Presley. Seine Wurzeln liegen in der Verbindung von Rhythm and Blues, Country und Gospel. Diese Mischung machte ihn schnell zu mehr als einer Modeerscheinung: Er wurde zur Grundlage für spätere Musikergenerationen.
In den sechziger Jahren verlagerte sich die Entwicklung zum Teil nach Großbritannien. Für die britische Invasion stehen vor allem The Beatles, The Rolling Stones und The Who. Zur gleichen Zeit entstand der psychedelische Rock, den man unter anderem mit Jimi Hendrix verbindet. Beide Strömungen zeigen, dass sich Rockgenres nicht nur im Klang unterscheiden, sondern auch darin, wie ein Stück aufgebaut ist. Aus einem einzelnen Stil wurde so eine ganze Familie von Stilen.
Hardrock und Heavy Metal: der härtere Klang
Hardrock und Heavy Metal entstanden Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre. Beispielhaft dafür stehen Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath. Diese Bands prägten die härtere Spielart des Rock, und ihre Namen werden bis heute genannt, wenn es um diese Richtung geht.
Diese Phase ist wichtig, weil Hardrock und Metal anschließend eigene Wege gingen. Daran zeigt sich, dass die Entwicklung der Rockgenres keiner geraden Linie folgt, sondern einem Baum mit vielen Ästen gleicht. Hardrock ist deshalb oft der Ausgangspunkt, wenn über Metal gesprochen wird, und Metal lässt sich als seine Fortsetzung beschreiben.
Punk und Alternative: Aufbegehren und Unabhängigkeit
Punk kam Mitte der siebziger Jahre in New York und London auf. In New York spielten die Ramones, in London die Sex Pistols. Die Richtung war eine Antwort auf die bisherigen Entwicklungen im Rock. Sie zeigt, dass ein neuer Stil in zwei Städten gleichzeitig entstehen kann. Musikalische Neuerungen brauchen also nicht unbedingt ein einziges Zentrum.
Der Alternative Rock entwickelte sich in den achtziger Jahren. Aus ihm ging der Grunge aus Seattle hervor, der Anfang der neunziger Jahre bekannt wurde. Das bekannteste Beispiel ist Nirvana mit dem Album Nevermind von 1991. Alternative Rock verbindet damit die Szene der Achtziger mit dem Massenpublikum des folgenden Jahrzehnts. Wer Hardrock und Punk bereits kennt, erkennt an dieser Entwicklung, wie frühere Stile in einem neuen Klang zusammenfinden konnten.
Sind die Genregrenzen fest?
Nein. Die Grenzen zwischen den Genres sind fließend, und viele Bands verbinden in ihrem Repertoire mehrere Stile. Die Einteilung in Hardrock, Punk oder Alternative Rock lässt sich deshalb eher als grobe Landkarte verstehen denn als geschlossenes System. Dieselbe Band kann mehreren Kategorien zugleich zugeordnet werden, ohne dass darin ein Widerspruch liegt.
Wer diese Etappen kennt, versteht leichter, woher die verschiedenen Klänge kommen und warum sich die Rockgenres bis heute vermischen. Dieses Wissen bietet einen Ausgangspunkt, um die Musik weiter zu erkunden. Die anderen Beiträge des Magazins gehen näher auf einzelne Strömungen und ihre Zusammenhänge ein.